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Rosa tranchierte Lammhüfte in dunkler Rotweinsauce mit Gemüse in Gusseisenpfanne — KI-generiertes Symbolbild
KI-Symbolbild
Rezept · Lammhüfte · Herkunft: Deutschland

Lammhüfte im Gemüse-Rotweinsud – angegrillt, im Sud gezogen, in der Sauce serviert

Die Hybrid-Technik: Lammhüften scharf angrillen, dann im Rotwein-Gemüsesud sanft auf 58 °C ziehen und tranchiert in der eingekochten Sauce servieren. Röstaroma plus Schmortiefe — ohne stundenlanges Schmoren.

Marco·13. August 2026
Vorbereitung:20 Min.
Zubereitung:40 Min.
Gesamt:1 Std.
4 Portionen
ca.460 kcal
Fortgeschritten
Steakakademie · Zutaten-Rechner

Portionen anpassen

4
  • Lammhüfte(2 Stück, pariert)700 g
  • Olivenöl2 EL
  • Zwiebel(grob gewürfelt)1 Stück
  • Karotten(in Scheiben)2 Stück
  • Staudensellerie(in Stücken)2 Stangen
  • Knoblauch(angedrückt)2 Zehen
  • Tomatenmark1 EL
  • Brauner Zucker1 EL
  • Rotwein(kräftig und trocken)300 ml
  • Geflügel- oder Lammfond200 ml
  • Balsamico-Essig1 EL
  • Lorbeerblatt1 Stück
  • Thymian3 Zweige
  • Meersalz und Pfeffer(grob)Prise

Schmorgerichte haben Tiefe, Kurzgebratenes hat Biss — und normalerweise muss man sich entscheiden. Diese Technik aus der Kursküche weigert sich: Die Lammhüfte bekommt erst die Röstkruste vom offenen Feuer und zieht dann im Rotwein-Gemüsesud sanft zur rosa Kerntemperatur. Das Ergebnis isst sich wie ein Schmorgericht, das vergessen hat, zäh gewesen zu sein.

Warum die Hüfte das perfekte Stück dafür ist

Die Lammhüfte sitzt zwischen Keule und Rücken: aromatischer und günstiger als das Filet, aber zart genug, um rosa serviert zu werden — anders als die klassischen Schmorstücke Schulter oder Haxe, die Stunden für ihr Kollagen brauchen. Genau diese Zwischenstellung nutzt die Hybrid-Technik aus. Die Hüfte braucht keine lange Garzeit, profitiert aber enorm von einem aromatischen Garmedium.

Die Physik der zwei Phasen

Phase 1 — direkte Hitze: Über der Glut passiert in drei Minuten, was der Sud nie könnte: Maillard-Röstaromen auf der Oberfläche. Ein im Sud gegartes Stück ohne Angrillen bliebe blass und schmeckte gekocht.

Phase 2 — der Sud: Flüssigkeit leitet Wärme viel gleichmäßiger als Grillluft und hält die Oberfläche feucht. Bei knapp unter dem Siedepunkt zieht die Hüfte kontrolliert Richtung 58 °C — und nimmt dabei Wein, Röstgemüse und Kräuter als Würze von außen an. Es ist dasselbe Prinzip wie beim Wine Dog, eine Etage feiner.

Die Warnung aus jeder Kursküche gilt wörtlich: Dieses Gericht übergart schnell. Der Sud arbeitet effizienter als Luft, das Zeitfenster zwischen rosa und grau ist klein — der Thermometerfühler bleibt im Fleisch, von der ersten Minute an.

Der letzte Kniff ist der eleganteste: Tranchiert wird vor dem Servieren, und die Scheiben kommen zurück in die inzwischen eingekochte Sauce. Jede Schnittfläche wird glasiert, nichts liegt trocken auf dem Teller — und der austretende Fleischsaft bindet sich in die Sauce statt aufs Schneidebrett.

Dazu passt das Irische Buttermilchbrot zum Auftunken — und ein Glas vom selben Wein, der im Sud steckt.

Häufige Fehler

Sud kochen lassen. Sprudelnde Hitze macht aus sanftem Ziehen hartes Kochen — die Außenschicht vergraut. Der Sud dampft nur.

Ohne Thermometer gearbeitet. 10 und 15 Minuten trennen rosa von durch. Dieses Gericht ist ein Thermometer-Gericht, Punkt.

Tranchen in der Sauce geparkt. Die Restwärme der Sauce gart nach. Einsetzen, servieren — in dieser Reihenfolge, ohne Pause.

Steakakademie · Koch-Coach

Schritt für Schritt am Grill

0 / 4 erledigt
  1. Schritt 1·PT20M

    Sud aufbauen

    Dutch Oven oder Gusseisenpfanne auf der direkten Zone erhitzen. Zwiebel, Karotten und Sellerie im Olivenöl kräftig anrösten, Knoblauch und Tomatenmark kurz mitrösten, Zucker karamellisieren lassen. Mit Balsamico und Rotwein ablöschen, Fond, Lorbeer und Thymian zugeben und den Sud in der indirekten Zone 10 Minuten leise ziehen lassen.

    Pitmaster-Tipp: Profi-Tipp: Das Anrösten von Gemüse und Tomatenmark ist die Aromabasis — helle Suppengemüse-Optik reicht nicht, es darf richtig Farbe nehmen.

  2. Schritt 2·PT8M

    Lammhüften scharf angrillen

    Die Hüften trocken tupfen, mit Öl einreiben, salzen und pfeffern. Über hoher direkter Hitze 2–3 Minuten rundum kräftig angrillen — es geht nur um die Röstkruste, nicht ums Garen.

    Pitmaster-Tipp: Profi-Tipp: Die Hüfte hat eine natürliche Fettabdeckung — diese Seite zuerst und am längsten grillen, das Fett begießt das Fleisch.

  3. Schritt 3·PT15M

    Im Sud auf 56–58 °C ziehen

    Die angegrillten Hüften in den heißen (nicht kochenden) Sud legen, Fühler in die dickste Stelle, Deckel des Grills schließen und bei ca. 160 °C indirekt 10–15 Minuten ziehen lassen, bis 56–58 °C Kern erreicht sind. Achtung: Das geht schneller als gedacht — dieses Gericht übergart in Minuten.

    Pitmaster-Tipp: Profi-Tipp: Der Sud gart sanfter als Grillluft, aber gnadenlos gleichmäßig — ab 60 °C ist das Rosa weg. Am Thermometer bleiben.

  4. Schritt 4·PT10M

    Tranchieren und in der Sauce servieren

    Hüften herausnehmen und 5 Minuten rasten lassen; währenddessen den Sud ohne Deckel sämig einkochen und abschmecken. Das Lamm quer zur Faser in Tranchen schneiden und die rosa Scheiben zum Servieren zurück in die heiße Sauce setzen — sie glasiert das Fleisch, ohne es weiterzugaren.

    Pitmaster-Tipp: Profi-Tipp: Die Tranchen nur kurz vor dem Servieren in die Sauce — liegen sie dort zehn Minuten, gart die Restwärme sie grau.

M
Marco

Steakakademie-Autor. Alle Rezepte basieren auf eigener Praxiserfahrung und werden mehrfach am Grill getestet, bevor sie veröffentlicht werden.